depressive Verstimmung und Niedergeschlagenheit
Depressionen und Niedergeschlagenheit sind keine Schwächen und
Sie müssen sie nicht alleine durchstehen.
Gut zu wissen
Depressionen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen.
Laut einer Studie sind 8,2 % der erwachsenen Deutschen (18–79 Jahre), also 5,3 Mio., im Jahr an einer depressiven Störung erkrankt (Jacobi et al., 2016*).
Diese Zahl steigt, wenn Kinder, Jugendliche und Menschen über 79 Jahre einbezogen werden, die ebenfalls betroffen sein können.
Insgesamt ist etwa jeder 5. bis 6. Erwachsene im Laufe seines Lebens einmal von einer Depression betroffen (z.B. Jacobi et al., 2004*).
In einem 12-Monats-Zeitraum erkranken 14 % der Deutschen an einer affektiven (die Gefühle betreffenden) Erkrankung.
Der Auslöser für eine Erkrankung kann in unterschiedlichen Ursachen liegen. Hierbei spielen auch die Gene eine Rolle. Psychische Verletzlichkeit kann also auch vererbt sein.
Eine weitere Ursache sind Dysbalancen im Neurotransmitterhaushalt, vor allem beim Dopamin.
Rolle der Neurotransmitter
Wissenschaftlich betrachtet hängt die Antriebslosigkeit bei Depressionen eng mit Veränderungen im Gehirn zusammen, insbesondere beim Neurotransmitter Dopamin. Dopamin ist wichtig für das Belohnungssystem; fällt seine Konzentration ab oder ist die Signalübertragung gestört, tritt der berühmte „Freudeverlust“ ein. Betroffene empfinden selbst für zuvor geliebte Tätigkeiten keine Begeisterung mehr, was das Empfinden von Lethargie und Passivität verstärkt.
Ein Teufelskreis: Weniger Aktivität führt zu noch weniger positiven Erlebnissen, was die Negativeinstellung weiter zementiert. Umgekehrt kann ein kleines Erfolgserlebnis den Dopaminspiegel anheben und einen positiven Impuls setzen, der wieder mehr Energie freisetzt.
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In jedem Fall ist es wichtig, die Anzeichen frühzeitig zu erkennen: Wenn psychische Erkrankungen nicht rechtzeitig behandelt werden, kann eine Verschlechterung eintreten. Krankheitsverläufe können dann chronisch werden.
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Erkennen Sie sich wieder?
Die Symptome:
Bei einer depressiven Episode leiden Betroffene unter einem Zustand psychischer Niedergeschlagenheit, der von gedrückter Stimmung, Antriebshemmung, Interessensverlust und Freudlosigkeit gekennzeichnet ist. Vor allem die Anhedonie (Freudlosigkeit) und der Energiemangel verstärken ein Gefühl der Sinnlosigkeit („Warum überhaupt etwas tun?“) – was wiederum die Antriebslosigkeit vertieft. Dieser Wechselprozess kann schnell in einen negativen Kreislauf münden, aus dem man alleine oft nur schwer herausfindet.
Üblicherweise tritt eine Verminderung des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens auf, und hinzu kommen häufig Beschwerden wie Schlafstörungen, Appetitveränderungen (vermehrt oder vermindert) und Konzentrationsprobleme.
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Manchmal liegen auch vorrangig körperliche Symptome wie Schmerzen vor, die vermeintlich erst einmal gar nichts mit einer depressiven Störung zu tun haben. Häufig kommt es auch zu Gefühlen von Wertlosigkeit, Schuld oder Hoffnungslosigkeit, bis hin zu Gedanken an den Tod oder Suizid. Dies kann über einen längeren Zeitraum anhalten und verschiedene Lebensbereiche wie Beruf, Beziehungen oder Freizeit beeinträchtigen.
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Auch die Tatsache, dass die Krankheit „Depression“ ein echtes „Imageproblem“ hat, ist wichtig zu erwähnen.
Da die Krankheit von außen nicht sichtbar ist, wird sie von vielen Menschen oder auch Ärzten abgelehnt oder nicht ernst genommen. Depressive Menschen werden dann oft fälschlicherweise als faul, uneinsichtig oder im Selbstmitleid schwelgend angesehen. Depressive Menschen leiden nicht nur unter ihrer Krankheit selbst, sondern auch unter der Stigmatisierung und dem Unverständnis ihrer Mitmenschen.
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Wie entstehen diese psychischen Leiden?
​In der Psychotherapie oder psychologischen Beratung betrachten wir die Verhaltensweisen nicht isoliert, sondern immer im Kontext der Lebenswelt und der Beziehungen eines Menschen.
Oft hat die Depression eine wichtige Funktion und dient unbewusst dazu, ein inneres Gleichgewicht aufrechtzuerhalten oder auf ungelöste Konflikte hinzuweisen. Unbewusste Dynamiken und festgefahrene Muster in Familie, Partnerschaft oder Beruf tragen häufig dazu bei, dass die gedrückte Stimmung entsteht oder aufrechterhalten wird. Live-Events wie Eintritt in die Pubertät, Auszug aus dem Elternhaus, die Geburt des ersten Kindes, Renteneintritt, emotionaler Stress in der Beziehung oder im Beruf, Trennung....., können ebenso als Auslöser dienen. Medikamente, psychotrope Substanzen..., können ebenfalls eine entsprechende Wirkung haben.
Diese Zusammenhänge zu erkennen und zu verändern, ist ein wichtiger Schlüssel für den Weg daraus.
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In der Therapie schauen wir demnach gemeinsam, welche Faktoren die Symptome begünstigen und aufrechterhalten. Das können aktuelle Belastungen sein, aber auch prägende Erfahrungen aus der Vergangenheit oder familiäre Muster, welche in der Kindheit und Jugend bereits vermittelt wurden. Wichtig ist auch zu verstehen, welche Rolle dies in Ihrem persönlichen System spielt und welche Auswirkungen sie auf Ihre Beziehungen und Ihr Umfeld hat.
So kann gelernt werden, den bedrückenden Zustand zunächst anzunehmen, statt gegen ihn zu kämpfen und negative Gefühle auszuhalten und ihnen ebenfalls eine Daseinsberechtigung zu geben. Daraus kann sich dann eine Veränderung der Stimmungslage ergeben.
Was können wir dagegen tun?
Eine Psychotherapie kann Ihnen dabei helfen, wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen und neue Kraft zu schöpfen. Wir arbeiten gemeinsam daran, Ihre individuellen Belastungsfaktoren zu identifizieren und Schritt für Schritt zu entlasten. Sie werden lernen, Ihre Bedürfnisse wieder wahrzunehmen und zukünftig wieder besser für sich selbst zu sorgen. Gleichzeitig entwickeln wir Strategien und schauen was Sie brauchen, um Ihren Alltag wieder positiv zu gestalten. Ein wichtiger Aspekt ist dabei, Ihre Gedanken und Überzeugungen zu hinterfragen und alternative Sichtweisen zu entwickeln. Oft tragen negative Denkmuster wie Selbstabwertung oder Verallgemeinerungen dazu bei, dass sich die gedrückte Stimmung verfestigt.
In unserer Zusammenarbeit lernen Sie, Ihre Gedanken zu beobachten, zu hinterfragen und zu verändern und so mehr innere Klarheit und Selbstwert zu gewinnen. Wir legen den Fokus auf die Aktivierung Ihrer Ressourcen und Stärken und eröffnen gemeinsam neue Perspektiven. Ziel ist es, wieder mehr Lebensfreude, Zuversicht und Antrieb für Ihr weiteres Leben zu gewinnen.
Eine Therapie bietet Ihnen einen geschützten Raum, in dem Sie sich öffnen und neue Perspektiven entwickeln können, ohne Angst vor Bewertungen. Mit Verständnis, Wertschätzung und Kompetenz begleite ich Sie auf Ihrem ganz persönlichen Weg. Ich bin an Ihrer Seite und unterstütze Sie dabei, wieder Vertrauen in sich selbst und das Leben zu fassen und Schritt für Schritt wieder aktiv zu werden und Ihr Leben wieder selbstbestimmt zu gestalten.
